Ute Holm ist ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Sparten des Westernreitens
Die Frage
Hallo Frau Holm,
mein Problem bezieht sich konkret auf das durchparieren vom Galopp in den Schritt, bzw. Trab/Galopp zum Stop.
Meine Kleine (fast 5) nimmt mich dabei scheinbar nicht so ganz ernst.
Aus dem Schritt benötige ich lediglich Sitz- und Stimmhilfe, Jog/Trab zu Schritt klappt auch wunderbar, aus dem Trab in komm ich in 5 von 10 Fällen auch in einen super Stop.
Aus dem Galopp ist an anhalten noch nicht zu denken. Muss auch noch nicht sein, ich hätte aber trotzdem gerne das ich mit einem sauberen Übergang in den Schritt komme.
Ich habe es mit mehreren Methoden versucht, muss aber sagen das sie auf folgendes am besten reagiert: Beine darf ich nicht zumachen (wird grantig auf zuviel Druck am Bauch), deshalb nehme ich den Druck aus den Bügeln, ziehe die Knie ein wenig an um tiefer einzusitzen und gebe ein Stimmkomando. Kommt nix, nehme ich die Zügel zu Hilfe und versuche sie ruhig nach dem anhalten rückwärts zu richten. Dann wieder anreiten und Stop/Übergang nochmal abrufen. Leider komme ich irgendwie nicht zu einer dauerhaften Besserung. Im Trab gehts ja, aber im Galopp habe ich das Gefühl, das meine Sitz- und Stimmhilfen gar nicht ankommen.. Dabei ist sie eigentlich nicht mal sehr fleißig...und nimmt freudig jede Stehpause an.
Wie bekomme ich auch beim "runterschalten" volle Einsatzbereitschaft? Wie kann ich meine Hilfen ändern/verbessern um mich deutlicher zu verstehen zu geben?
Freue mich über jeden Tip,
LG Jana Tribeß
Die Antwort
Sehr geehrte Frau Jana Tribeß,
es gibt mehrere Möglichkeiten Anzuhalten bzw. Übergänge zu reiten. So wie Sie es beschreiben würde ich es als passives Anhalten bezeichnen. Sie machen möglichst nichts mehr, also keine Ernergie wird zugeführt, als Folge davon, kommt auch keine beim Pferd mehr raus, das Pferd wird langsam bzw. hält an.
Nun in Ihrem Fall würde ich beginnen die Übergänge aktiv zu reiten. So wie es schein ist ihre "kleine" noch nicht voll im training und hat daher evtl. noch zu wenig Rückenmuskeln.
Probieren sie doch mal Ihre Bodenarbeit zu verbessern, die Stimmhilfen zum Stopp wirklich deutlich geben und auch das durchparieren vom Boden ausüben. Longieren oder roundpen-arbeit.
Dann im Sattel den Stopp erst aus dem Galopp fordern wenn das Pferd relativ müde ist, das motiviert etwas besser als ein frisches Pferd. Es soll ja gerne stoppen bzw. langsmam werden.
Und nun zum Stopp das Gewicht in die Steigbügel nach unten drücken, also nicht die Beine an den Bauch sondern Absatz tief. Wenn das Pferd nicht stoppt, einfach ruhig einige Tritte Rückwärts gehen. Warum nehme ich Gewicht in die Bügel, damit der Rücken vom Pferd frei gemacht wird. Viele Pferde haben zu wenig Muskel und "rennen" unter dem zu stark einsitzenden Reitergewicht davon. Wenn der Rücken aber entlastet wird und das Pferd keinen Druck im Rücken hat, findet es Anhalten angenehm. Undebingt eine Stehpause danach einlegen. Erst wenn der Stopp gut klappt mit den Übergängen weitermachen. Und die Stimme nicht vergessen. Leider kann ich hier keine Reitstunde geben und er vormachen, aber mit etwas Geduld wird es bestimmt gut werden.
Viel Spaß beim Üben
Ute
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